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Nahrungsergänzung

Ashwagandha: Wirkung, Dosierung & Risiken

Ashwagandha soll Stress senken und den Schlaf verbessern. Was Studien zur Wirkung zeigen, wie die Schlafbeere dosiert wird – und warum das BfR zur Vorsicht rät.

Patrick als Silhouette vor einem Meer-Sonnenuntergang.Patrick29. September 202610 Min Lesezeit

Was ist Ashwagandha?

Ashwagandha (Withania somnifera), auf Deutsch Schlafbeere oder Winterkirsche, ist eine Pflanze aus der ayurvedischen Heilkunde. Verwendet wird vor allem die Wurzel, deren Inhaltsstoffe – die sogenannten Withanolide – für die Wirkung verantwortlich gemacht werden. In Europa wird Ashwagandha als Nahrungsergänzungsmittel in Kapseln, Pulver oder Gummies verkauft.

Vermarktet wird Ashwagandha als „Adaptogen“, also als Stoff, der dem Körper helfen soll, sich an Stress anzupassen. Wichtig: „Adaptogen“ ist ein Marketingbegriff, keine anerkannte medizinische Kategorie.

Ashwagandha ist eines der besser untersuchten Pflanzenmittel gegen Stress – und gerade deshalb sollte man auch seine Risiken ernst nehmen.

Wirkung von Ashwagandha: Was die Studien zeigen

Stress und Cortisol

Eine Metaanalyse von neun randomisierten Studien mit insgesamt 558 Teilnehmenden fand statistisch signifikante Unterschiede zugunsten von Ashwagandha bei Stress- und Angstskalen sowie beim Cortisol im Blut. Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2026 mit 22 randomisierten Studien bestätigt diese Hinweise. Die Autorinnen und Autoren betonen aber, dass die Studien sehr unterschiedlich aufgebaut sind und weitere hochwertige Untersuchungen nötig sind. Wie du Cortisol auch ohne Präparat senkst, zeigt Cortisol natürlich senken.

Schlaf

In einigen Studien verbesserte Ashwagandha Schlafqualität und Einschlafzeit geringfügig. Die Effekte sind real, aber moderat – und kein Ersatz für eine gute Schlafhygiene.

Weitere Versprechen

Häufig beworben werden auch mehr Muskelkraft, höhere Testosteronwerte, bessere Konzentration oder eine gestärkte Libido. Dafür ist die Datenlage dünn und die Studien meist klein. Solche Versprechen solltest du mit Vorsicht betrachten.

Nebenwirkungen und Risiken: Warum das BfR zur Vorsicht rät

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat sich mit Ashwagandha-Präparaten befasst und sieht mögliche Gesundheitsrisiken. Beschrieben wurden unter anderem Fälle von Leberschäden. Außerdem kann Ashwagandha die Schilddrüsenhormone beeinflussen und mit Medikamenten wechselwirken – etwa mit Beruhigungsmitteln, Schilddrüsenpräparaten, Immunsuppressiva sowie Mitteln gegen Diabetes oder Bluthochdruck. Häufigere, aber meist harmlose Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden, Durchfall und Müdigkeit.

Verzichten sollten insbesondere:

  • Schwangere und Stillende,
  • Kinder und Jugendliche,
  • Menschen mit Leber- oder Schilddrüsenerkrankungen sowie Autoimmunerkrankungen,
  • Menschen, die regelmäßig Medikamente nehmen – hier nur nach ärztlicher Rücksprache,
  • alle vor geplanten Operationen.

Treten während der Einnahme Symptome wie Gelbfärbung von Haut oder Augen, dunkler Urin, starke Müdigkeit oder Bauchschmerzen auf, setze das Präparat sofort ab und suche ärztlichen Rat.

Ashwagandha dosieren: So wird es eingenommen

In Studien wurden meist 250 bis 600 Milligramm eines standardisierten Wurzelextrakts pro Tag über acht bis zwölf Wochen eingesetzt. Am besten untersucht sind Extrakte aus der Wurzel. Halte dich an die Herstellerangaben, nimm Ashwagandha nicht dauerhaft ohne Pause und kombiniere es nicht mit anderen beruhigenden Präparaten oder Alkohol. Wichtig ist eine geprüfte Qualität mit klarer Angabe von Extrakt, Pflanzenteil und Dosierung.

Alternativen ohne Risiko

Bevor du zu Kapseln greifst, lohnt der Blick auf die Hebel, die nachweislich wirken und keine Nebenwirkungen haben: langsames Atmen, Bewegung, Tageslicht, echte Pausen und guter Schlaf. Konkrete Übungen findest du unter Nervensystem beruhigen und Vagusnerv stimulieren. Bei einem nachgewiesenen Mangel kann auch Magnesium unterstützen.

Häufige Fragen zu Ashwagandha

Wie schnell wirkt Ashwagandha?

In Studien zeigen sich Effekte meist nach einigen Wochen regelmäßiger Einnahme. Ein spürbarer Sofort-Effekt wie bei einem Beruhigungsmittel ist nicht zu erwarten.

Kann man Ashwagandha dauerhaft nehmen?

Zur Langzeitsicherheit gibt es kaum Daten. Die meisten Studien liefen über acht bis zwölf Wochen. Eine dauerhafte Einnahme ohne Pause und ohne ärztliche Begleitung ist deshalb nicht zu empfehlen.

Macht Ashwagandha müde?

Manche Menschen fühlen sich tagsüber müder, vor allem zu Beginn. Deshalb nehmen viele Ashwagandha am Abend. Vorsicht beim Autofahren und in Kombination mit Alkohol oder Beruhigungsmitteln.

Ist Ashwagandha in Deutschland erlaubt?

Ja, Ashwagandha wird in Deutschland als Nahrungsergänzungsmittel verkauft. Nahrungsergänzungsmittel werden vor dem Verkauf aber nicht wie Arzneimittel auf Wirksamkeit und Sicherheit geprüft – das BfR rät wegen möglicher Risiken ausdrücklich zur Vorsicht.

Fazit: interessante Pflanze mit echtem Risiko

Ashwagandha gehört zu den besser untersuchten Pflanzenmitteln gegen Stress, und leichte Effekte auf Stress, Cortisol und Schlaf sind plausibel. Gleichzeitig ist die Studienlage uneinheitlich und das BfR sieht mögliche Gesundheitsrisiken. Wer es ausprobieren will, sollte gesund sein, keine Medikamente nehmen, auf Qualität achten und die Einnahme zeitlich begrenzen – im Zweifel vorher ärztlich abklären. Die Basis aus Schlaf, Bewegung und Stressabbau bleibt ohnehin unverzichtbar.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Ashwagandha kann Nebenwirkungen haben und mit Medikamenten wechselwirken. Bei Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme, in Schwangerschaft und Stillzeit vor der Einnahme ärztlich abklären.

Gut zu wissen: Dieser Beitrag ist redaktionell und ersetzt keine individuelle ärztliche oder finanzielle Beratung. Bei konkreten Fragen wende dich bitte an eine Fachperson deines Vertrauens.

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